Warum ein neuer Schlüssel für Geotrupiden (Mistkäfer)? Neben dem Schlüssel von Lompe (2024) stehen die aktualisierten Schlüssel von Machatschke (1969), die Werke von Bunalski (1999), Kral et al.
(2018) und nicht zuletzt der Schlüssel im altbekannten „Stresemann“ (Klausnitzer 2011) zur Verfügung. Die Notwendigkeit eines neuen, vereinfachten und ergänzten Schlüssels ergibt sich aus der
gestiegenen Vulnerabilität dieser Gruppe. Landschaftsumbau und die verstärkte Verwendung von Antiparasitika in der Veterinärmedizin wirken sich verheerend auf die Zönose der Koprobionten aus
(vgl.
Lumaret et al. 1993, Urban & Rupik 2017, Ambrožová et al. 2021, Schmitt 2022, u. a.). Um die Dokumentation zumindest der größeren und relativ leicht determinierbaren Geotrupiden auch durch
Bearbeiter ohne koleopterologischen Hintergrund zu ermöglichen, erschien die Erarbeitung eines Schlüssels sinnvoll, der - auf die in Deutschland vorkommenden Arten beschränkt - vor allem auf gut
sichtbaren Bestimmungsmerkmalen basiert.
Bei der Arbeit mit Schülern und Studenten zeigte sich, dass die didaktische Entscheidung, die Merkmal-Grafiken direkt in den Fließtext zu integrieren, das Bestimmen deutlich vereinfacht.
Ein weiterer Aspekt ist die zunehmende Bedeutung von Daten, die im Rahmen von Citizen Science-Projekten erhoben werden. Diese oft KI basierten Artzuschreibungen - denn um klassische
Determinationen handelt es sich nicht - werden nicht in allen Fällen validiert und sind somit zweifelhaft. Dieser Schlüssel bietet nun den Mitarbeitern dieser Projekte ein Hilfsmittel bei der
Generierung valider Artnachweise von wissenschaftlichem Wert.
In diesem Bestimmungsschlüssel wird deshalb auf die sonst üblichen Abkürzungen verzichtet. Ebenfalls wird die Beurteilung von erfahrungsgemäß schwierig interpretierbaren Merkmalen durch
Abbildungen vereinfacht.